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TREE’P – a tree-trip, der etwas andere Weg in den Baum


Bild 1. Aufgang der Treppe

Im Botanischen Garten Bern ist es zurzeit möglich, eine 27m hohe Eiche auf eine ganz

spezielle Art zu erleben. Eine Baumtreppe, die von Studierenden der Berner

Fachhochschule Architektur, Holz und Bau erarbeitet und umgesetzt wurde, führt die

Besucherinnen und Besucher in den Baum und durch diesen hindurch.

«Die Idee unseres Entwurfs war, jede Ebene des Baumes erlebbar zu machen, auch die Baumkrone ausserhalb des Baumes, sozusagen aus der Vogelperspektive.» So beschreibt Bastien Humbert-Droz, Student im Joint Master of Architecture, seine Motivation für das ehrgeizige Projekt, das im Februar 2010 gestartet ist. Studierende der Architektur und der Holztechnik der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau (BFH-AHB) haben sich im Frühlingssemester 2010 der Aufgabe gewidmet, ein Baumhaus für den Botanischen Garten Bern (BOGA) zu entwerfen. Das Baumhaus ist ein Geschenk der BFH-AHB an den BOGA zu dessen 150-Jahr-Jubiläum. Zu den Herausforderungen zählten ein enger Zeitplan, die konkrete Umsetzung eines Entwurfs, sowie die Interdisziplinarität – es arbeiteten Studierende und Lehrpersonen aus den Bereichen Architektur, Holz- und Bauingenieurwesen zusammen. Schlussendlich waren es aber auch gerade diese Faktoren, die zum grossen Erfolg des Projekts beitrugen.

 

Entstehung der Treppe und fortlaufende Anpassungen

Mit dem Ziel, eine begehbare Installation für den BOGA zu entwerfen, wurde ein interner Wettbewerb unter den Studierenden lanciert. Es entstanden zahlreiche, sehr gute und kreative Vorschläge. Die Wahl fiel dann auf das Projekt «TREE’P – a tree-trip», das durch sein Konzept zu überzeugen vermochte. Das Projekt ermöglicht in einfacher Weise die Erreichung eines möglichst hohen Punktes im Baum. Die Treppe führt durch den Baum hindurch, die Besucherinnen und Besucher erleben nicht nur den Baum hautnah in all

seinen Facetten, sondern geniessen zudem einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt Bern und den Botanischen Garten. Nach der Auswahl des Projekts, machten sich die Ingenieure und Holzspezialistinnen an die weitere Ausarbeitung. In einem gemeinsamen Workshop in Cantercel (F) wurde der architektonische Entwurf ausgearbeitet und diskutiert sowie erste Modelle und Teile davon im Massstab 1:1 gebaut. Zu den

Herausforderungen gehörte vor allem die Diskussionen zwischen Ingenieuren und Architekten. Die Studierenden haben hier viel für ihren späteren Berufsalltag gelernt. Statische Komponenten, aber auch die Begebenheiten des Areals und des Baumes erforderten, dass das Projekt stetig weiterentwickelt und überarbeitet werden musste. Entstanden ist ein Objekt, das, wie von Uli Baierlipp, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der BFH-AHB und beratender Architekt im Dozentenstab des Projekts, beschrieben «sowohl

Respekt wie auch Begeisterung auslöst und die Fähigkeiten des Materials Holz ins Zentrum rückt.»

 

Holz: Leistungsfähiger Baustoff

Die Skulptur, die in sich auch der Träger ist, wurde in Kerto-Holz – ein Furnierschichtholz mit hoher Tragfähigkeit – von der Firma Aufholz gebaut. In seiner unbehandelten Form belassen, zeigt der Träger die konstruktiven Elemente. Die Statik ist erlebbar und die Fähigkeit des Holzes wird eindrücklich demonstriert. Ziel war es, den Baustoff Holz möglichst gut sichtbar zu lassen. Ihren Platz hat die Baumtreppe an einer 27 Meter hohen Stieleiche (quercus robur) gefunden. Diese ist ca. 150 Jahre alt. Aufgebaut wurde die Treppe in zwei Teilen mit Hilfe von zwei Kränen. Ursprünglich war geplant, die Treppe in den Baum zu hängen. Zum Schutze des Baumes wurde die Treppe dann aber auf zwei Stützen gebaut, die durch Mikropfähle, die 8 Meter tief in die Erde gebohrt wurden, verankert sind. Diese wurden von der Firma Ghelma Tiefbau eingebaut und finanziert. Sie ermöglichen eine sehr punktuelle Abstützung und schonen dadurch das Wurzelwerk. Zusätzlich ist die Treppe, die mit den Stützen ca. 4.8 Tonnen wiegt, seitlich am Baum

abgestützt. Dies vermindert horizontale Schwingungen. 75 Stufen führen zum Aussichtspunkt der Treppe, der sich ca. 16 Meter über dem Boden befindet. Die unterschiedlichen Breiten der Treppe tragen zum spannenden architektonischen Bild der Skulptur bei, erhöhen aber auch die Mobilität und das Sicherheitsgefühl der Besuchenden auf der Treppe. Zur Sicherheit trägt auch die Brüstung bei, die 1.10 Meter hoch ist und sich gegen oben leicht weitet. Die Stufen sind indirekt von innen heraus beleuchtet. Ebenso wird die Treppe durch Lichtquellen im Baum zum Strahlen gebracht. Das Lichtkonzept wurde von der Firma Gfeller Elektro AG entworfen und finanziert. Zum Schutz des Holzes vor Witterungseinflüssen wurde ein Metallhandlauf, bestehend aus einem verzinkten Stahlwinkel, installiert.

 

Besichtigung im Botanischen Garten Bern

Die Baumtreppe kann zurzeit im Botanischen Garten Bern besichtigt werden. Sie ist zu den Öffnungszeiten (täglich 8–17 Uhr) des Botanischen Gartens frei begehbar. Der Eintritt ist frei. Die Treppe ist als temporäre Installation gedacht und steht bis zum Winter in Bern. Die weitere Nutzung der Treppe wird zurzeit geprüft. Zum nächsten Mal im Rampenlicht steht die Baumtreppe während der Veranstaltung: «Vollmond im BOGA» am 23. Oktober 2010, 19–22 Uhr. Jeweils zur vollen Stunde finden Botanische Abendführungen statt, die neben der Baumtreppe auch Einblick in die Gärten und die Schauhäuser gewähren. Weitere Informationen: http://www.boga150.ch/

 

Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau:

Aus einem anderen Blickwinkel studieren

Das Departement Architektur, Holz und Bau der Berner Fachhochschule zählt zu den führenden Schweizer Bildungsinstitutionen im Baubereich und Ingenieurwesen. An den Standorten in Burgdorf und Biel bildet sie jährlich rund 800 Studierende in Architektur,

Bau- und Holzingenieurwesen sowie Holztechniker und Holztechnikerinnen der Höheren Fachschulen aus. Das Aus- und Weiterbildungsangebot richtet sich an Kaderleute, die Verantwortung übernehmen und Technik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Lebensraum mitgestalten wollen.

Bild 2. Treppe von der Seite
Bild 3. Grundriss
Bild 4. Schnitt von der Seite
Bild 5. Querschnitte
Bild 6. Querschnitt mit Stützen

Weitere Auskünfte erteilt:

Berner Fachhochschule

Architektur, Holz und Bau

Vera Reid

Solothurnstrasse 102

CH-2500 Biel 6

Telefon: +41 32 344 02 82

E-Mail:

 
Tree'p - die Eröffnung
Tree'p - der Trip