Was bietet der Joint Master of Architecture
Struktur und Studiendauer
Das Studium besteht aus drei regulären Semestern, einer Studienreise und einer Abschlussarbeit (Thesis) über ein selbst gewähltes Thema. Im Vollzeitstudium dauert der Joint Master of Architecture zwei Jahre, im Teilzeitstudium drei bis vier Jahre. 120 Credits nach ECTS sind zu erwerben, was einem Gesamtaufwand von rund 3600 Stunden entspricht. Die Ausbildung führt zum Titel «Master of Arts BFH/HES-SO in Architecture».
Zusammenarbeit
Das einzigartig starke Profil des Joint Master of Architecture ergibt sich aus den Synergien zwischen den drei Hochschulen. Jede von ihnen ist spezialisiert auf eine besondere Kompetenz:
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Infraurbanism, Infratourism und nachhaltige Architektur aus Holz:
Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau, Burgdorf |
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Domesticity: Ecole d’ingénieurs et d’architectes de Fribourg |
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Urban conditions: Haute école du paysage, d’ingénierie et d’architecture, Genf |
Mobilität
Konzentriert auf drei Wochen pro Semester finden Theorieseminare statt, abwechslungsweise an einer der drei Hochschulen. Das Konzept erlaubt ein sehr breites Studienangebot mit Wahlmöglichkeiten. Der theoretische Unterricht findet mehrheitlich in englischer Sprache statt. Die Projektarbeit kann auch in den Sprachen Deutsch und Französisch erstellt werden. Die Mobilitätskosten, die aufgrund des Unterrichts an einem der anderen Standorte entstehen, werden den Studierenden zurückerstattet.
Internationalität
Der Master of Arts BFH/HES-SO in Architecture ist vom Bundesamt für Bildung und Technologie BBT akkreditiert worden. Verträge mit Partnerschulen in Aalborg, Ahmedabad, Amsterdam, Bordeaux, Brüssel, Dresden, Lissabon, Monterrey, Paris, Sevilla, Schanghai und Tokio ermöglichen den Studierenden im Rahmen von Austauschprogrammen, ein oder zwei Semester im Ausland zu absolvieren.
Mehrsprachigkeit und interkultureller Austausch
Der Studiengang pflegt die Mehrsprachigkeit. Er bietet beste Voraussetzungen für optimale Kommunikation und Zusammenarbeit in international zusammengesetzten Teams. Die konstante Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kulturkreisen sensibilisiert und fördert die intellektuelle Mobilität. Einmal im Jahr findet ein Erfahrungsaustausch mit einer international zusammengesetzten Steuergruppe mit Experten aus Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz statt.
Praxisnahe Ausbildung
Dozierende und Gastreferentinnen und -referenten bieten im Joint Master of Architecture eine anwendungsorientierte Ausbildung. Ziel ist, vernetzt denkende Architekten und Architektinnen auszubilden, die Lösungen für neue Problemstellungen entwickeln und diese kreativ und verantwortungsbewusst umsetzen.
Arbeiten und studieren – Studium nach Mass
Der modular aufgebaute Studiengang erlaubt ein individuell abgestimmtes Curriculum, das an unterschiedlichste Bedürfnisse angepasst werden kann. Bei wechselnder Arbeitsbelastung können die Teilzeitmodelle während des Studiums modifiziert werden.
Projektstudios
Die Arbeit im Studio positioniert sich bewusst im Spannungsfeld zwischen Projekt und Forschung. Entwurfsprojekte, die von den Studierenden innerhalb der Studios entwickelt werden, dienen auch als Untersuchungsobjekte für theoretische Problemstellungen im Kontext der Aufgabe.
Infraurbanism
Verkehrsinfrastrukturen werden als Motor für aktuelle urbane und architektonische Entwicklungen angesehen und bilden die Basis der Untersuchungen im Studio «Infraurbanism»: Das Studio analysiert aktuelle urbane und architektonische Entwicklungen. Urbanisierung prägt sich verstärkt entlang der Verkehrsachsen aus, besonders dort, wo unterschiedliche Verkehrssysteme dicht nebeneinander verlaufen. Dementsprechend konzentriert sich das Studio auf die Entwicklung von städtebaulichen und territorialen Projekten entlang der Verkehrsinfrastrukturen. Die Schweiz mit ihrem extrem verdichteten Verkehrsnetz liefert ein geradezu ideales Experimentierfeld zu diesem Thema.
Infratourism
Tourismus als Stimulator von Migrationsbewegungen und Medium von kulturellen Transfers ist Thema der Untersuchungen im Studio «Infratourism». Ausgehend von aktuellen Entwicklungen werden die unterschiedlichen transitorischen Auswirkungen des Tourismus im sozialen, kulturellen und real gebauten Raum in der Landschaft untersucht und kritisch befragt. Daraus werden relevante Entwicklungsstrategien abgeleitet. Der Fokus liegt auf der «atmosphärischen Qualität», der räumlichen Domäne, die sich zwischen Reisenden, Bereisten und Dienstleistern bildet. Dabei interessieren auch die Hintergründe der touristischen Erlebnislandschaften, in denen Sehnsüchte produziert und gleichzeitig erfüllt werden müssen.
Nachhaltige Architektur aus Holz
Sowohl die technischen und konstruktiven Möglichkeiten des Baumaterials Holz als auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Beide Entwicklungen entsprechen einem grossen Bedürfnis der Bauherren. Wie vor 100 Jahren, als durch den Stahlbeton neue Bauformen möglich wurden, haben zuerst Ingenieure und Baufirmen die neuen Techniken erforscht. Nun liegt es an den Architekten und Architekturschulen, sich ebenfalls mit diesen neuen Möglichkeiten zu befassen, damit wichtige Themen wie die räumliche und architektonische Qualität auch berücksichtigt werden können.
Die BFH-AHB ist durch ihre Kompetenzen im Holzbau in der einmaligen Lage, das Wissen zu diesen Themen an einer Hochschule zu vereinen und an die Studierenden vermitteln zu können. Das Thema fliesst in die Projektstudios ein.
elope
Interdisziplinäre und kulturübergreifende Zusammenarbeit gehört zu den Schlüsselkompetenzen heutiger Studienabgängerinnen und -abgänger. Die Lern- und Lehrplattform elope (embedded learning-oriented project environment) bietet qualifizierten Studierenden im Masterprogramm die Möglichkeit, derartige Erfahrungen zu sammeln. Im Zentrum von elope steht die Durchführung realer Projekte mit konkreten Auftraggebern. Studierende unterschiedlicher Disziplinen aus einem internationalen Hochschulnetzwerk arbeiten unter Nutzung multimedialer Kommunikationstechnologien zusammen. elope widmet sich generell dem thematischen Schwerpunkt Architektur und Gesundheit.
Theorieseminare
Die Theorieseminare im Joint Master of Architecture ergänzen die Arbeit in den Projektstudios, indem sie den aktuellen State of the Art in Praxis und Diskurs der Architektur reflektieren. Sie bieten vertiefte Einsichten in die Theorie des architektonischen Entwurfs, des Städtebaus und der Architekturästhetik.
In den Seminaren suchen die Studierenden die Auseinandersetzung mit aktuellen architekturrelevanten Positionen und Entwicklungen in anderen Kulturwissenschaften.
Die Theorieseminare der BFH-AHB liefern eine Standortbestimmung zum Arbeitsfeld der Architektur. In Vorträgen, Debatten und Workshops werden die aktuellen Veränderungen im sozialen, ökonomischen und kulturellen Kontext beobachtet und nach neuen Chancen für das architektonische Arbeiten befragt. Grundlage der Seminare bildet das Verständnis von Architektur als kreative und interdisziplinär vernetzte Disziplin, in deren Fokus die architektonische Entwurfspraxis steht.
Das Seminar «S1 transformation + methods» sensibilisiert für aktuelle Veränderungen der gebauten Umwelt und reflektiert klassische und neuartige architektonische Arbeitsmethoden. Das Seminar «S4 office + context» reflektiert aktuelle Themen des Architekturdiskurses und prüft Strategien der Architekturkommunikation. Das Seminar «S7 creative cluster» behandelt Cross-over-Themen wie Raumtheorie, ästhetische Nachhaltigkeit und Strategien des kreativen Entwurfs.
Abschlussarbeit (Thesis) / Profile Search
Abschlussarbeit (Thesis)
Die Abschlussarbeit ist das Meisterstück der Absolventinnen und Absolventen. Sie verbindet ein Entwurfsprojekt mit einer theoretischen Vertiefungsarbeit, die Reflexionen aus verwandten Bereichen wie Kunst-, Sozial-, Geistes- und Naturwissenschaften enthält. Die Studierenden sind am Ende ihres Studiums in der Lage, eigenständig und vertieft die im Studiengang erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen unter Beweis zu stellen und anhand eines komplexen Architekturprojekts konkret umzusetzen. Dabei wird während eines Semesters ein selbst gewähltes Architekturthema untersucht und ein architektonisches Projekt entwickelt. Die Studierenden zeichnen verantwortlich für den Weg von der Analyse über die Durchführung bis zur Umsetzung und der Schlusspräsentation. Zudem werden sie von Dozierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitenden der Hochschule sowie externen Expertinnen und Experten unterstützt.
Die Abschlussarbeit dauert für Vollzeitstudierende ein Semester. Für Teilzeitstudierende kann der Termin auf ein Jahr ausgedehnt werden. Die Aufgabenstellung wird autonom formuliert, mit den Dozierenden präzisiert und durch eine verbindliche Termin- und Ablaufplanung gesichert. Die Suche nach geeigneten Themenfeldern und Fragestellungen sowie die Auseinandersetzung mit grundlegenden Texten und wissenschaftlichen Arbeitsmethoden beginnt bereits im ersten Semester innerhalb des Moduls «Profile Search» und setzt sich als kontinuierliche Vorbereitung auf die abschliessende Masterarbeit während des Studiums fort.
Profile Search
Dieses Modul stellt ein wichtiges Instrument zur Gestaltung des individuellen Studienwegs dar. Es dient zur Vorbereitung der Abschlussarbeit und ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Semester erfolgt eine Bestandsaufnahme, die der Erschliessung von Themenfeldern und Methoden dient. Im zweiten Semester werden Interessenschwerpunkte gebildet und mit wissenschaftlichen Analysemethoden aufbereitet. Begleitend können die Studierenden in einem wissenschaftsmethodischen Seminar Kompetenzen im wissenschaftlichen Arbeiten (Recherchieren und Essay-Schreiben) erwerben.
Events
Studienreise
«Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr», sagt ein arabisches Sprichwort. Während einer Woche bietet sich den Masterstudierenden die Gelegenheit, sich im Ausland intensiv mit einer Stadt, einer Region oder einer Landschaft zu beschäftigen. Anhand von Recherchen und Analysen vor Ort zu Architektur, Städtebau, Raumplanung, Landschaftsgestaltung und Kultur wird der Blick für Themen ausserhalb der gewohnten Studienumgebung geschärft. Die Eindrücke und Erfahrungen werden ausgewertet und dokumentiert, um als persönliche Reflexion für die Weiterarbeit im Studio zur Verfügung zu stehen.
Ausstellungen, Vorträge, Publikationen
Zu aktuellen Schwerpunktthemen werden regelmässig Vorträge mit Gästen aus Praxis und Theorie der Architektur sowie aus anderen relevanten Disziplinen organisiert. Ausstellungen zu Projekt- und Abschlussarbeiten geben zudem Einblick in die Arbeit der Studierenden des Joint Master of Architecture. Zudem erscheint dreimal jährlich das Magazin «active construction», das über die aktuellen Lehrinhalte und Forschungsschwerpunkte des Studiengangs informiert.
Forschung
Forschung und Lehre stehen im Studiengang des Joint Master of Architecture in enger Wechselbeziehung. Aus individuellen Arbeiten der Studierenden sollen neue Forschungsprojekte entstehen, und bestehende Forschungsprojekte werden durch die Mitarbeit der Studierenden bereichert. Das Motto «Projekt als Forschung – Forschung als Projekt» der Studios steht für eine Arbeitsweise, die Entwurfs- mit Forschungsaktivitäten anhand von architektonischen und urbanen Projekten kombiniert. Die Forschungseinheit der BFH-AHB bildet durch interdisziplinären Wissens- und Technologietransfer die Schnittstelle zwischen anwendungsorientierter Forschung und Lehre, internen und externen Instituten sowie privaten Organisationen und Unternehmen.
Die Schwerpunkte in den Forschungsaktivitäten setzt der Joint Master of Architecture auf Infraurbanism, Infratourism und nachhaltige Architektur aus Holz. Unter dem Begriff «Territorial Identities» werden diese zusammengefasst.
Die Ausgangsfragestellungen und Forschungsfragen tragen den Problemen Rechnung, die mit der architektonischen, sozioökonomischen und kulturellen Praxis verbunden sind. Das in interdisziplinärer Kooperation mit Partnern erarbeitete Wissen fliesst in Lehre und Praxis zurück und kommt damit unmittelbar einem konkreten Nutzerkreis und der Gesellschaft zugute.